Hanabi


Silvester 2025 nur Gutes von oben!

Eine leise Idee von Pyrotechnik, diese Illustration aus einem Verkaufskatalog für Hirayama Fireworks von 1890.

Wir wünschen ein gutes neues Jahr ohne Ach und Krach und Knall und Fall!

Vorhang auf!


Weihnachten 2025

Meine Damen, meine Herren, sehr verehrtes Publikum, ich kündige Ihnen große, sehr große Dinge an.

So eröffnet der Erzähler das Marionettenspiel 'König Hirsch'*, aufgeführt mit den Figuren von Sophie Taeuber-Arp, 'tänzerischen Wesen mit angegriffenem Nervenkostüm, Zeitzeugen einer angespannten Epoche'.

Wir nehmen die Fäden auf und wünschen den Freundinnen und Freunden unserer Buchhandlung ein ent!spanntes und heiteres Weihnachtsfest, erst recht in dieser Stadt, der in diesem Jahr ein so schönes Figurentheater + Museum** beschert wurde!

Lasset die Glöckchen klingen!


*) siehe Sabine Flaschberger, Petra Schmid und Museum für Gestaltung Zürich (Hg.): König Hirsch, erschienen bei Scheidegger & Spiess 2025

**) entworfen und erbaut von Konermann + Siegmund Architekten

Angela Steidele: Ins Dunkel

Eine IcoNO!graphy


Lesung mit Filmausschnitten

Freitag 07.11.2025 19:30 Uhr
Haus Eden
Königstraße 25
Lübeck

„Don’t make an issue of my womanhood!“ spricht Greta Garbo als linientreue Kommunistin in Lubitschs Komödie 'Ninotschka', von den Genossen begrüßt mit den Worten: „What a charming idea from Moscow to surprise us with a lady comrade“.

Dieses Issue nämlich bleibt Angela Steidele überlassen, die ein bisher ungelüftetes filmisches Dokument vorlegt. Es bekräftigt längst gehegte Vermutungen hinsichtlich antibürgerlicher und zutiefst unamerikanischer Triebe und Umtriebe speziell einer Gruppe prominenter, anscheinend kooperativer europäischer Immigrantinnen, Stichwort Dietrich. Beleghafte Mitschnitte von konspirativen Treffen an den Berliner Hotspots der 20erjahre erlauben den Rückschluss auf eine von langer Hand vorbereitete Unterwanderung und Destabilisierung der Konventionen des Gastlands.

Konkret handelt es sich um einen Zusammenschnitt von Szenen teils privater, ja intimer Natur aus dem Leben Kulturschaffender, gespickt mit vertraulichen Informationen, die ein inzwischen schweizweit ausgreifendes Netz an Beziehungen, Abhängigkeiten und politischen Ambivalenzen enthüllen.

Die raffinierte Einbettung in die verschlafene Idylle der graubündnerischen Berglandschaft täuscht nicht darüber hinweg: Im Winterurlaubsort Klosters laufen die Fäden zusammen, Ruhesitz der Salka Viertel, in deren „offenem Haus“ in Santa Monica bis McCarthy das Who‘s Who der Emigration verkehrte. Viertel gilt als inoffizielle Mentorin der Garbo, welche nach 1960 alljährlich in Klosters Aufenthalt nimmt; zudem ist das Bergdorf Basislager der scheinbar aus dem Verkehr gezogenen Aktivistin und Nachlassverwalterin Erika Mann, sonst Kilchberg, dies in Begleitung ihrer 'Bekannten' Signe von Scanzoni.

Wir werden sehen.


Eine Veranstaltung unserer Buchhandlung.

Eintritt 15 EUR, erm. 12,00 EUR. Reservierung erbeten unter buchhandlung@makulatur.com oder 0451-70 79 971.
Tickets bei uns in der Buchhandlung, Hüxstraße 87, und an der Abendkasse im Haus Eden

Zum Buch siehe Angela Steidele Ins Dunkle

Bernadette La Hengst - Warum ich so laut singen kann - Musikalische Lesung


Samstag 03.05.2025 19:00 Uhr
„Raum!“ Aktions-Ort des Theater Lübeck in der Essigfabrik

Kanalstraße 26-28 23552 Lübeck

Bernadette La Hengst - »rebellische Lebenskünstlerin« (Der Freitag), »Agitations-Chanteuse« (ihr Label Trikont), »die einzige deutsche Soulsängerin« (R. Jellen/Junge Welt) - ist die facettenreichste Protagonistin der sogenannten Hamburger Schule.

Ihre All female Band Die Braut haut ins Auge - »weder Diskurs-Pop noch Riot Grrrl oder Pop-Mainstream« (La Hengst) - war zu unique für den breiten Markt der 1990er. Bernadette La Hengst mischte die männlich dominierte Musikszene auf als eine der engagiertesten und raffiniertesten deutschen Texter:innen. Wer sonst kann so geschickt politische Diskurse als Liebeslieder tarnen, »Das Private ist politisch« umdrehen oder so grandios begründen, »warum ich so laut singen kann«?

Mit ihrer 1989 in Hamburg gegründeten Band, mit Projekten wie Die Zukunft oder dem performativ-aktivistischen Kollektiv Schwabinggrad Ballett und ab 2000 solo hat Bernardette La Hengst inzwischen knapp 20 Alben veröffentlicht. Sie ist nicht nur eine großartige Songschreiberin und Musikerin, sondern auch Theaterregisseurin, Chorleiterin, Hörspielsprecherin, Radiomoderatorin und Femme de Lettres.

Als sie 2013 im Rahmen des Projekts Wolkenkuckucksheim.tv bei uns in der Buchhandlung auftrat (Interview Bernadette La Hengst, Wolkenkuckucksheim.tv) gab es noch kein Buch. Mit »Warum ich so laut singen kann« legt der Ventil-Verlag im April eine schöne Auswahl ihrer Songtexte seit 1990 vor: 100 Lyrics, zu jedem ein lockere Anmerkung Bernadettes zu Anlass, Zeit und Zusammenhang. Wir evakuieren Autorin und Buch auf die Bühne in der Essigfabrik, Bernadette La Hengst liest, plaudert aus der (Hamburger) Schule, schweift aus und ab, singt und spielt.


Eine Kooperation von Buchhandlung maKULaTUR, Theater Lübeck und Slam A Rama

Eintritt 15 €, Schüler:innen/Student:innen 10 €. Tickets bei uns in der Buchhandlung maKULaTUR, Hüxstraße 87. Online-Ticket über slamarama. Reservierung erbeten unter buchhandlung@makulatur.com oder 0451-70 79 971

Das Leben des Hans Dummerjahn

Bekenntnisse des Danziger Pfarrers Gerhard Marg 1902 – 1948


Buchvorstellung und Gespräch mit Volkwin Marg gmp architekten, Björn Engholm und den Historikern Jens Böttger und Fabian Wehner. Moderation Klaas Jarchow, KJM Buchverlag 

Mittwoch 09.04.2025 19:00 Uhr
Haus Hansestadt Danzig
Engelsgrube 66, Lübeck

 

Gerhard Marg, geboren 1902, aufgewachsen in Ostpreußen, war nach dem Studium in Königsberg, Berlin und Tübingen von 1935 bis 1945 Pfarrer an der Danziger Marienkirche. Für die »nationalkirchliche Bewegung« übernahm er kirchenpolitische Funktionen, etwa als »Gaugemeindeleiter«. Auf eine Zwischenstation in Thüringen folgte eine Pfarrstelle im mecklenburgischen Grabow, ab 1957 in Ost-Berlin. Nach der Pensionierung lebte Marg bis zu seinem Tod 1984 in Lübeck.

Volkwin Marg hat sich mit kritischem Beistand dreier Historiker der Veröffentlichung der seit 1947 bis in die Lübecker Jahre hinein vielfach überarbeiteten Aufzeichnungen seines Vaters gestellt, der sich mit der Selbstbezeichnung Hans Dummerjahn schon im Arbeitstitel für seine verfehlte Haltung zum Nationalsozialismus geißelt, unter dem Allerweltsnamen aber auch das eigene Verschulden über weite Strecken in der dritten Person verhandelt und sprachgewaltig literarisiert.

„Margs Lebensgeschichte ist prototypisch für die Genese und Legitimierung eines rechtskonservativen bis nationalsozialistischen Denkens“ (Vorwort der Herausgeber).


Eine Veranstaltung unserer Buchhandlung. Anmeldung unter buchhandlung@makulatur.com oder 0451-70 79 971 dienstags bis samstags ab 10 Uhr. Abendkasse 9. April ab 18:30 Haus Hansestadt Danzig. Eintritt 12 EUR

Alles klar?


31. Dezember 2024

'Und sonst so? - Ich war grad am Saugen.
Zart, verzagt, der Dämmerung zugewandt, den
baren Augenblicken am Abend, wenn die
ersten Einzelheiten versagen und die
Fluten sich heben.

Ich führte das gierige Tier auf die Weide. Ein Schlauch
voller Anmut, gebogener Nacken, das Kabelschwänzchen
erst ängstlich zwischen die Räder geklemmt, dann
nur noch gefräßig, und lange äste es zwischen den
Teppichfransen.'

(aus Marion Poschmann: 'Dunkle Spiegel', zu lesen in ihrem Gedichtband 'Nimbus'. Suhrkamp Verlag 2020)

Allen Freund*innen unserer Buchhandlung wünschen wir einen frischen und aufgeräumten Start ins neue Jahr!


Der Wischmopp oben ist eine Detailansicht von Vermeers Gemälde 'Der Liebesbrief' (1669/1670), zu sehen im Katalog zur Ausstellung 'Vermeer' im Rijksmuseum Amsterdam 2023, erschienen im Belser Verlag.

Nüsse zu knacken


23. Dezember 2024

'Eine Zeitlang dachte ich: Was soll ich ihm (...) schenken? Wer ist er? Wer bin ich ihm? Was könnte ihm Freude machen? Könnte er sich überhaupt freuen über etwas, das ich ihm schenke? Der ganze Mensch wurde mir zweifelhaft, je länger ich nach dem passenden Geschenk für ihn suchte. Was könnte er gebrauchen, nur er? Etwas, das ich bestimmt nicht gebrauchen könnte, das nicht so aussieht, als schenkte ich's mir selber?' (aus Botho Strauss: Nicht mehr. Mehr nicht. Hanser Verlag 2021)

Wir wünschen frohe Weihnachten mit den passenden Büchern und Menschen!


Das oben abgebildete 'Buch mit den Seiten' von Anatol Knotek erschien - so eingenäht - 2018 im Verlag Topalian & Milani, den es leider nicht mehr gibt.

Das Kochbuch für's Leben


9. November 2024

Mit 1000 erprobten Rezepten.