Superorganismus. Eine Entdeckungsreise in die geheime Welt der Bienen


Vorstellung der Bildstrecke im neuen Kursbuch mit der Künstlerin und Autorin Bettina Thierig


Mittwoch, 18. September 2019
19.00 Uhr
Ort: Buchhandlung maKULaTUR

 

Wissenschaftler in Laboren und Rechenzentren werden nicht müde, Intelligenz zu definieren oder künstlich zu generieren. Doch bleibt sie die konstant Unbekannte. Hin und wieder zeigt sie sich in Zusammenhängen, in denen wir sie nicht vermuten und erwarten oder enthüllt sich erst dem zweiten Blick.

Hier fängt im Kursbuch 199 die Suche erst an - bei den überraschenden, insularen, erstaunlichen, immer
unglaublichen Intelligenzen.

Bettina Thierig, Bildhauerin und Autorin, arbeitete 2018 als Artist in Residence im Hanse-Wissenschaftskolleg in Delmenhorst im Austausch mit Dorothea Brückner, Bienenforscherin an der Universität Bremen im Bereich Neuroinformatik, an der künstlerischen Erkundung der hochkomplexen Welt der Bienen.

Das September-Kursbuch enthält eine Bildstrecke, die aus dieser Zusammenarbeit entstanden ist, und bietet der Biene eine illustrative Bühne: Linolschnitt, Fotografie und Mikroskopie gewähren Einblicke in die klebrig-süße Welt dieser gelb-schwarzen Superorganismen.

Wir laden herzlich ein zur Vorstellung der Bildstrecke mit der Künstlerin.

BAROCK-PARTIE I mit Andreas Hutzel


Dienstag, 10.09.2019
18.00 - 20.15 Uhr


Eine Veranstaltung des Günter Grass Hauses in Kooperation mit Lübecker Buchhandlungen

Ein Streifzug durch Lübecker Buchhandlungen: Im Rahmen der Ausstellung 'Grass, Kehlmann und die Welt des Barocks' im Günter Grass Haus liest Andreas Hutzel, Schauspieler am Theater Lübeck, bei Hugendubel, Prosa und maKULaTUR aus

Günter Grass: 'Das Treffen in Telgte' und
Daniel Kehlmann: 'Tyll'

Start mit einer Führung durch die Ausstellung im Grass-Haus, Ausklang bei maKULaTUR.


Anmeldung unter Tel. 0451 122 4230. Teilnahme: 25 EUR p. P. inkl. Verköstigung


(Kritzelei: RG/maKULaTUR unter Verwendung eines Fotos von Marlene Meyer-Dunker©)

Jens Rosteck: Marguerite Duras - Die Schwester der Meere

maKULaTOUR ins Fisher's Loft Hotel


Buchvorstellung mit dem Autor am Klavier


Do., 25. Juli 2019, 19.00 Uhr

Fisher's Loft Hotel
Fischergrube 83
23552 Lübeck

Liebe Freundinnen und Freunde unserer Buchhandlung,
wir laden herzlich ein zur Lesung mit Autor am Klavier, und das im schönen Fisher‘s Loft Hotel:

Jens Rosteck trägt vor aus seiner formidablen Biografie ‚Marguerite Duras – Die Schwester der Meere‘, erschienen 2018 im mareverlag.

Die Duras: ein das Frankreich der Nouvelle Vague überrollendes Ereignis der französischen Literatur- und Filmszene, Königin der Selbstlegende, am Ende ausgestattet mit allen Eigenschaften einer kapriziösen Diva, unberechenbar, skandalös, verschlingend, enigmatisch und egoman, von ungehemmtem Narzissmus – und von einer enormen intellektuellen Präsenz. Sie konstatiert: ‚Im wirklichen, gelebten Leben ist man Niemand‘, mit wachsendem Erfolg schrumpft sie zur Chiffre M. D.

Jens Rosteck widersteht M. D. - Emmedée mit analytischem Sachverstand und mit musikalischem Gegenzauber.


Eintritt 15 EUR nebst kleinem Amuse-Gueule


Eine Veranstaltung unserer Buchhandlung in Kooperation mit dem Fisher's Loft Hotel, Fischergrube 83, 23552 Lübeck

Duras, Rosteck, Fisher's Loft en détail...


Marguerite Duras wird in den 60ern zur gefragten Kolumnistin, nimmt Prominente ins Kreuzverhör, portraitiert die Bardot, Callas, Francis Bacon, in unbestechlichen Kommentaren geißelt sie das Tagesgeschehen.

Für Alain Resnais schreibt sie das Drehbuch zu Hiroshima mon amour, sie führt Regie, revolutioniert mit ihren Einaktern das frz. Nachkriegstheater, das Autorenkino, an ihrer Seite der junge Dépardieu, Jeanne Moreau.

Den Film, der ihr Jugendportrait ins kollektive Zuschauergedächtnis eingebrannt hat – Der Liebhaber, Regie Jean-Jacques Annaud – konnte in ihren Augen auch die rauchige Stimme Jeanne Moreaus aus dem Off nicht retten. Aalglatt, deliziös, dem aussparenden style durassien ganz entgegengesetzt und auserzählt in einem Wurf: eine Indochina-Soap, ein triviales Abziehbild ihrer intimen Vorgeschichte, die doch in schwankenden Variablen durch ihr Schreiben mäandert. So wie alle Leidenschaften und Beziehungen ihres Lebens in verwandter und pikanter Konstellation in Textgestalt wiederkehren, aneinander gekettet durch eine Dominante: immer wieder la mer.

Der Autor und Pianist Jens Rosteck, Kulturhistoriker, promovierter Musikologe und Spezialist für die französische Moderne, lebte viele Jahre in Paris und an der Côte d'Azur. Zur Musik- und Literaturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts hat er zahlreiche wissenschaftliche und essayistische Publikationen vorgelegt. Zu seinen Buchveröffentlichungen zählt neben einer umfassenden Studie zum Opernwerk von Darius Milhaud und Paul Claudel und eingehenden Portraits u. a. von Paul Bowles, Kurt Weill, Édith Piaf, Jacques Brel die erste große Hans-Werner-Henze-Biografie (Rosen und Revolutionen, Berlin 2009). Als Musiker, Pianist und Liedbegleiter sind ihm Kammer- und Kirchenmusik so vertraut wie das kabarettistische Repertoire.

Fisher's Loft eröffnete - aufwendig und mit Liebe zum Detail saniert - 2018 in einem über 250 Jahre alten denkmalgeschützten Rokoko-Speicher, der Jahrzehnte lang einen Schrotthandel beherbergte.

Hüxstraßenfest 2019


22. Juni 2019

Ohne Sorgen: Falten!

Geübt in der japanischen Kunst des Papierfaltens, nobilitiert Roswitha Slemeyer unsere makulierten Verlagsplakate, Prospekte und sonstwie bedruckten Papiere und improvisiert zwischen 13 und 15 Uhr einen Origami-Workshop. Falten Sie mit!


Die Abbildung entstammt dem Buch von Richard Sweeney: Papierskulpturen. Inspiration und Anleitungen. Haupt Verlag 2016

Chaim Cohn (1911 – 2002), ‚Aus meinem Leben‘

maKULaTOUR in den Audienzsaal des Rathauses


Buchvorstellung am 13. Juni


Rechts zu sehen: Chaim Cohn bei der Grundsteinlegung des Obersten Gerichts auf dem Skopusberg in Jerusalem, August 1963 (Abb. aus dem Buch)

Liebe Freundinnen und Freunde unserer Buchhandlung,
wir laden herzlich ein zu einem außerordentlichen Abend

am Donnerstag, dem 13. Juni, um 18 Uhr im Audienzsaal des Rathauses.

Erstmals erscheint in deutscher Übersetzung die Autobiografie Chaim Cohns, der - geboren 1911 in Lübeck, Enkel des Rabbiners und Bürgerschaftsabgeordneten Salomon Carlebach - 1930 auszog, in Jerusalem eine Jeschiwa zu besuchen, zwei Jahre später zum Studium der Rechtswissenschaften zurückkehrte, 1936 endgültig ins britische Mandatsgebiet Palästina emigrierte, nach der Gründung des Staates Israel den Prozess Jesu neu aufrollte, gemeinsam mit Fritz Bauer Eichmann vor Gericht brachte und bald als Generalstaatsanwalt, Justizminister und Richter des Obersten Gerichtshofs zum federführenden Juristen des Landes wurde.
Sein Urteil stand immer im Zeichen der Menschenrechte, besonders im israelisch-palästinensischen Konflikt. In seiner Autobiografie, in seinen Büchern und Aufsätzen erweist er sich als ein herausragender Vertreter des deutschen Judentums in Israel von profunder juristischer wie geistlicher Bildung.

Dr. Thomas Sparr, Suhrkamp, langjähriger Leiter des Jüdischen Verlags, stellt Cohns Erinnerungen vor.

Im Anschluss dürfen Diskussion und Gespräch gern bei einem Glas Wein ausufern.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!
Birgit Böhnke und Regina Giese


Weitere Referenten:

Grußwort der Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer,
Nadine Garling, Judaistin, Promotionsstipendiatin am ZKFL Lübeck, Forschungsschwerpunkt Geschichte der Jüdischen Gemeinden Norddeutschlands und des deutschen Zionismus, speziell Neo-Orthodoxie in Deutschland am Beispiel der Israelitischen Gemeinde Lübecks 1852-1918
Prof. Dr. Rolf Verleger, bis 2017 Psychologe an der Universität Lübeck, im Vorstand der Jüdischen Gemeinde Lübeck 2001 bis 2005, 2005 bis 2009 Mitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland, 2009/10 Vorsitzender der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost, Initiator und seit 2016 Vorsitzender des Bündnisses für Gerechtigkeit zwischen Israelis und Palästinensern.


Eine Veranstaltung unserer Buchhandlung in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lübeck e.V. und der Hansestadt Lübeck


Eintritt 8 EUR, Anmeldung erbeten

Würzgebiehr mit angehängtem tick

oder: Wie sie keine Vogelkundlerin wurde


April 2019

Im Alter von acht oder neun Jahren entwickelte die Buchhändlerin ein starkes ornithologisches Interesse, bekam ein Vogelbestimmungsbuch geschenkt, setzte sich mit der ihr 'zum Spielen' überlassenen Balgenkamera ihres Vaters (deren Balg porös und die ihm aus diesem Grunde unbrauchbar geworden war) an einen seerosen- und binsenbewachsenen Tümpel ins Gebüsch und verbrachte viele Nachmittage mit dem Versuch, die scheuen 'grünfüßigen Teichhühner' an ihre Gegenwart zu gewöhnen bzw. sich ihnen unsichtbar zu machen, um sie zu fotografieren. Die Aufnahmen, die dabei herauskamen, zeigten ausnahmslos sehr viel Grün, sehr viele Blätter, zahlreiche weiße Flecken, die sich dem porösen Balg der Kamera verdankten, aber keinen Vogel.

Einigen Forschergeist weckte die Tatsache in ihr, dass Vögel, zu deren Beobachtung und Benennung sie, ihr Bestimmungsbuch unter dem Arm, in den Park oder den Stadtwald gezogen war, sich oftmals nicht nur ihrer Kamera, sondern auch ihrem suchenden Blick entzogen, jedoch von überall her zu hören waren. Da ihr weder die in vogelkundlichen Publikationen empfohlenen Aufnahmen von Vogelstimmen zugänglich waren noch die Unterweisung durch einen Kenner zuteil wurde (siehe Frieling: 'Was fliegt denn da?', Vorbemerkung zum Kapitel 'Gesänge'), musste sie sich auf die Transkriptionen der Rufe beschränken, wie sie im Anhang ihres Bestimmungsbuches zu finden waren.

Feld- (und Flur)forschung im Schaufenster


Während ihr Beschreibungen wie 'ein kunterbuntes Geschwätz mit Pfeifen und Knarren, Knattern und Plappern untermischt, schnalzend, zischend, unrein und pfeifend (gebogene Pfiffe)' bewiesen, dass der unübersehbare Pulk schwatzender, knarrender, knatternder und plappernder, vielleicht zu gegebener Zeit auch gebogen pfeifender Vögel auf diesem Baum tatsächlich Stare waren, das 'hohle, vier- bis sechssilbige, tiefe gruh gru grugruh' wirklich den Ruf der Taube beschrieb, als die sie den Vogel auf dem Ast dort erkannt hatte, so ist es ihr doch niemals gelungen, den Vogel aufzuspüren, dessen Gesang 'klingelndem djüdjüdjü... (schnell) und gepresstem schjäh (ähnlich Uhraufziehen)' entsprechen soll. Sie hat nie 'würzgebiehr mit angehängtem tick' vernommen und ist so manchem Ruf und Laut die Bestimmung schuldig geblieben.

Nächtliche Exkursionen, ihr eingedenks ihres Alters selten zugestanden, verschafften ihr zwar manches Erlebnis seltsamer, auch unheimlicher Geräusche, ließen sie aber niemals der Forschungsergebnisse teilhaftig werden, die ihr das ornithologische Handbuch versprach. 'Xylophonartiges ilipp, ilipp, auch ilok', 'Wetzen und Schleifen wie Sandpapier auf Karton', 'Schnarchendes, heiseres chrüüh (als ob alte Jalousie herabgelassen wird), auch wie chraaich klingend' - all das ist ihr nie zu Ohren gekommen.

Vereinzelte Versuche, sich ihrem Forschungsgegenstand gemäß neuerer Forschungsmethoden ('mimetische Ornithologie') zu nähern, verfehlten ebenfalls ihr Ziel: Experimente wie die unter jeweils verschiedenen Bedingungen (wechselnde Jahres- und Tageszeiten, diverse Standorte in Feld, Wald und Flur) gehaltenen Lesungen aus Vogelbestimmungsbüchern unter Zuhilfenahme diverser Materialien und Gegenstände (Sandpapier, Karton und Xylophone, Jalousien und mechanische Uhren) lockten nicht, wie angestrebt, die zu bestimmenden Vögel herbei.

Dass sie nicht, wie der Verfasser ihres Bestimmungsbuches es im Vorwort von sich sagen darf, ihre Karriere von der Autodidaktin zur Spezialistin erfolgreich betreiben und alle Ehren der ornithologischen Wissenschaft in Empfang nehmen konnte, soll die gereifte Buchhändlerin nicht hindern, sich angesichts zahlreicher Neuerscheinungen zur Vogelkunde wieder einmal dieser Disziplin zu widmen: Voilà la volière!


Schaufenster-Comic: RG/maKULaTUR. Mit Vogelstimmennotationen aus Krauss: Singt der Vogel, ruft er oder schlägt er? (Matthes & Seitz, s. u. naturgeschichten). Fotos: Christoffer Greiß.