Svenja Leiber
Nelka
200 Seiten, 20,7 x 13 cm
Suhrkamp 2026
geb. 24,00 EUR
1941, ein Tag im besetzten Lemberg. Wehrmachtssoldaten greifen Passanten, Frauen und Mädchen auf, verfrachten sie auf LKW-Ladeflächen, in Güterzügen nach Schleswig-Holstein zur Landarbeit.
Dem Gutsverwalter fällt die sechzehnjährige Nelka ins Auge. Was ihr keiner nehmen, aber abgreifen kann, ist ihr Wissen, früh erlernt als Kind des Pomologen Wendelin Lechner, zuzeiten kaiserlich-österreichischer Baumwart in Lemberg, dann Obstbauexperte am ukrainischen, polnischen, sowjetischen Botanischen Institut der Universität Lwiw, Lwòw, Lwow, dann auf offener Straße erschossen. Grundstock, wie sich erweist, für das Ernährungsprogramm der deutschen Bevölkerung, ein Beitrag zur Volksgesundheit. Dem Landwirt erwächst ein Vermögen aus den Apfelplantagen, angelegt von Zwangsarbeitern. Jahrzehnte später kündigt ein Brief ihm Nelkas Besuch an.
Welche Spuren Zwangsarbeit und Gewaltherrschaft bis in heutige Landschaften hinein hinterlassen haben, wie Frauen, deren Können und Körper ausgebeutet wurden, sich in Freundschaften verbündeten und gegen Brutalität und Erniedrigung stemmten, davon erzählt Svenja Leiber in eindrücklichen Bildern.
Am 24. Juni, 20 Uhr, ist Svenja Leiber mit NELKA bei uns zu Gast. Diesmal weichen wir aus ins Haus Hansestadt Danzig, Engelsgrube 66.
